Weltfrauentag 2025

10. März 2025

Führung im Mindelheimer Textilmuseum durch die Ausstellung „Hilda Sandtner- Aufgemischt!“

Teilnehmerinnen der Führung durch die Ausstellung „Hilda Sandtner- Aufgemischt!“ mit Ortsvorsitzender Claudia Miller (vorne Mitte) und Museumsleiterin Friederike Haber (ganz rechts)
Teilnehmerinnen der Führung durch die Ausstellung „Hilda Sandtner- Aufgemischt!“ mit Ortsvorsitzender Claudia Miller (vorne Mitte) und Museumsleiterin Friederike Haber (ganz rechts)

Trotz schönsten Frühlingswetters folgten interessierte Frauen am Weltfrauentag der Einladung der Mindelheimer SPD in das Mindelheimer Textilmuseum. Bei ihrer Begrüßung stellte die SPD- Ortsvorsitzende Claudia Miller fest, dass die tatsächliche Ungleichheit von Frauen und Männern nach wie vor in vielen Bereichen gegeben ist, obwohl bereits die Mütter des Grundgesetzes im Jahr 1949 in Art. 3 GG die Gleichberechtigung von Frauen und Männern festschrieben. Als Beispiele für die andauernde Ungleichheit nannte Claudia Miller die zahlenmäßig schwache Vertretung der Frauen in (Kommunal)Parlamenten, die schlechtere Bezahlung berufstätiger Frauen bei gleicher Arbeit und meist besserer Ausbildung als ihre männlichen Kollegen, die oft schlechten beruflichen Perspektiven bei der Rückkehr aus der Elternzeit, die Übernahme des größten Anteils an der unbezahlten familiären Care- Arbeit und nicht zuletzt aufgrund all dieser Umstände die Aussicht auf eine niedrige Rente. Zu allem Überfluss propagiere auch noch eine in großen Teilen rechtsextreme Partei, die bei der Bundestagswahl in Mindelheim über 22 % der Stimmen bekam, ein rückwärtsgewandtes und frauenfeindliches Familienbild, das die Frauen wieder in ihrer traditionellen Geschlechterrolle sieht. Besonders in sozialen Netzwerken gewinnen diese konservativen Rollenbilder an Popularität. Influencerinnen, die sogenannten "Tradwives" (Traditional Wives), idealisieren ein Lebensmodell, das auf traditionellen Geschlechterrollen basiert. Sie präsentieren das Bild der Hausfrau und Mutter als erstrebenswertes Ideal und propagieren eine strikte Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau. Das zeigt, wie politische Ideologien und digitale Medien zunehmend Einfluss auf gesellschaftliche Werte nehmen. Viele Nutzerinnen und Nutzer sozialer Netzwerke nehmen die potenziellen Folgen dieser Idealisierung für Frauen sowie die inhaltliche Nähe einiger dieser Positionen zu bestimmten politischen Strömungen nicht bewusst wahr. „Der Weltfrauentag ist daher leider nötiger denn je“, so Claudia Miller. Sodann führte Friederike Haber, die Leiterin der Mindelheimer Museen, die Frauen durch die Ausstellung „Hilda Sandtner- Aufgemischt!“ In die Dauerausstellung mit Hilda Sandtners Werken und Sammlerstücken wurden die Arbeiten von Kunststudentinnen der Uni Augsburg integriert, die verschiedene Werke von Hilda Sandtner interpretierten und weiterentwickelten. Die Museumsleiterin informierte ausführlich über die Person und Künstlerin Hilda Sandtner und ihr Werk. Hilda Sandtner musste sich die meiste Zeit ihres Lebens in einer männerdominierten Welt der Kunst durchsetzen, schaffte es aber meist- beharrlich wie sie war- ihre Ziele, letztlich sogar die Gründung eines eigenen Museums, zu erreichen. Auch die Arbeiten der Kunststudentinnen wurden detailliert vorgestellt und begeisterten die Besucherinnen, die sich bei Friederike Haber für die ausgesprochen gute und interessante Führung bedankten.

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